Mittwoch, 15. Februar 2012

Schwierigkeiten mit dem Trotzkismus

Der Wirtschaftshistoriker Herbert Meißner hat im Berliner Verlag wiljo heinen 2011 das Buch “Trotzki und Trotzkismus gestern und heute. Eine marxistische Analyse” veröffentlicht.

Seinem Anspruch wird das Buch nicht gerecht. Dieter Elken hat hierzu eine Rezension des Buchs geschrieben...

Quelle: www.marxismus-online.eu
Freiwirtschaftler - 15. Feb, 13:03

Warum nicht Marxismus?

Die Hoffnung auf die Befreiung durch den Marxismus haben die vergangenen Jahrzehnte vollkommen zunichte gemacht. Da der Marxismus die Ursache der Ausbeutung irrigerweise im Privatbesitz an den Produktionsmitteln sucht, anstatt in der Beseitigung der Monopole, kann auch sein Rezept, die so genannte Vergesellschaftung (die praktisch nur eine Verstaatlichung ist) ebenso wenig wie die so genannte Planwirtschaft (die praktisch nur eine Ausweitung der Monopole bedeutet), niemals zum Sozialismus, zu einer ausbeutungs- und daher klassenlosen Gesellschaftsordnung führen, sondern ganz im Gegenteil lediglich zur Umwandlung des drückenden Privatkapitalismus in einen noch viel drückenderen Staatskapitalismus, zur Vergötzung des Staates und allmächtigen Herrschaft einer praktisch verantwortungs- und erbarmungslosen Bürokratie.

Im Staatskapitalismus, wo der Arbeitgeber Staat nicht nur der einzige Polizist, Richter und Gefängnisaufseher, sondern auch der einzige Unternehmer ist, wird ihm der Werktätige rettungslos ausgeliefert, gehen die letzten Reste persönlicher Freiheit endgültig verloren.

Otto Valentin (aus “Warum alle bisherige Politik versagen musste”, 1949)

Mehr gibt es zum “Denkfehler Marxismus” nicht zu sagen. Dass es sogar im 21. Jahrhundert noch marxistische Dummschwätzer gibt, ist darauf zurückzuführen, dass der so genannte “Unglaube” gegenüber dem “Opium des Volkes” absolut wirkungslos ist:

http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

B.I.Bronsteyn - 3. Mrz, 15:23

Off topic

Der Kommentar hat zunächst einmal nichts direkt mit dem Thema der Notiz zu tun.
Aber ich verstehe, dass ein "Freiwirtschaftler" mal einfach Dampf ablassen wollte, und die Diskussion mit den Gesellianern müssen wir Marxisten auch nicht scheuen.
Ca. 70-80 % der Bevölkerung besitzen nach amtlichen Erhebungen nichts, was Produktivkapital genanntz werden könnte - ausser ihrer Arbeitskraft.
Die Vorstellungswelt eines Silvio Gesell - und ich habe mich durchaus mit seinen Thesen auseinander gesetzt - basieren aber noch auf einer Gesellschaft, in der die verschiedenen Bestandteile des Kleinbürgertums die Majorität der Gesellschaft stellten.
Mehr gibt es eigentlich zum "Denkfehler Freiwirtschaft" nicht zu sagen. Dass es sogar im 21. Jahrhundert, wo sich weltweit das Kapital und die Produktivkräfte unter Kontrolle einer immer winziger werdenden Minderheit befinden, noch gesellianische Dummschwätzer gibt, ist darauf zurückzuführen, dass gegen Ignoranz kein Kraut gewachsen ist.
Ich kann auch ganz gut polemisch werden, nicht wahr?
Sie schreiben in Ihrem famosen Blog:
Um die Marktwirtschaft (Paradies) vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus (Erbsünde) zu befreien, müssen wir die vergessene Erkenntnis des Jesus von Nazareth verstehen. Er war der erste Denker der Geschichte, der erkannt hatte, dass sich niemals der Mensch – ob bewusst oder unbewusst – an das Geld anpassen lässt, sondern nur das Geld an den Menschen (GoTh = Gospel of Thomas)
Das einzige, was ich an diesen Sätzen für einigermassen sinnhaft halten kann, ist die begriffliche Unterscheidung von Marktwirtschaft und Privatkapitalismus. Ansonsten strotzen sie von profunder Unkenntnis der Geschichte.
Denn der Privatkapitalismus ging im historischen Prozess klar aus der Marktwirschaft hervor. Dass im historischen Prozess etwas auch sein Gegenteil (seine Negation) hervorbringen kann, das nennt man Dialektik.
Davon aber sind Sie völlig frei.
Was Sie dem guten Jesus als "Denker" unterstellen, wird sich kaum mit einer Bibelstelle so belegen lassen und es ist auch faktisch falsch (wofür aber der gute Jesus, dem noch ganz andere Dinge kirchlicherseits in den Mund gelegt wurden, nicht verantwortlich zu machen ist).
Dass sich immer "Geld an den Menschen" "anpasst" und nicht umgekehrt, ist wohl selbst unter Gesellianern eine völlig unsinnige These, die Realität ist ganz anders. Fromme Wünsche schaffen keine Realität, selbst wenn man noch so lange meditiert.
Und - trotz aller kirchlichen "Zinsverbote" - dies ist die Realität seit 2000 Jahren.
Ich bin übrigens von Gesellianern (bei allen Meinungsverschiedenheiten) einen durchaus sachlichen und konkreten Stil gewohnt, was ich bei Ihnen nicht vorfinde.
Wir sind explizit keine Verfechter eines totalitären Staatskapitalismus und geben dem auch in unseren Texten deutlich genug Auskunft.
Aber um das Thema der Konzeption Silvio Gesells versus Karl Marx sinnvoll zu diskutieren, dazu braucht es ein Gegenüber, das mehr als Plattitüden zu bieten hat.

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