Diskussion

Samstag, 8. September 2012

Für einen revolutionären Bruch mit dem Kapitalismus

Ein Debattenvorschlag von Dieter Elken [Marxistische Initiative]

Wie für Marx ist es unser Ziel, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.“. Wir wollen eine Gesellschaft ohne Ausbeutung, ohne Diskriminierung und Unterdrückung, den Kommunismus. Wir wissen, daß dieses Ziel nur durch den hartnäckigen Kampf für die Bedürfnisse aller Ausgebeuteten und Unterdrückten erreicht werden kann, den Klassenkampf von unten. Wir wissen auch, daß allein die Klasse der Lohnabhängigen über die Möglichkeit verfügt, durch den Kampf für ihre eigene Emanzipation, ihre Interessen und Bedürfnisse die Aufhebung der kapitalistischen Verhältnisse durchzusetzen und eine klassenlose Gesellschaft zu verwirklichen.

Die Klasse der Lohnabhängigen, d.h. die Arbeiterklasse, kann ihr revolutionäres Potential nur verwirklichen, wenn sie sich in ihrer breiten Mehrheit im Verlauf ihrer Kämpfe zu einer auch subjektiv revolutionären Klasse verwandelt. Das heißt, sie muß im Verlauf ihrer Kämpfe ein Bewußtsein dafür entwickeln, daß ihre drängendsten Bedürfnisse nur auf dem Weg über eine umfassende, alle gesellschaftlichen Bereiche erfassende Revolution durchgesetzt werden können. Dies ist kein linearer Prozeß. Letztlich setzt dies eine umfassende Krise der bürgerlichen Gesellschaft und des bürgerlichen Staates voraus.: „Es genügt nicht, daß der Gedanke zur Verwirklichung drängt, die Wirklichkeit muß sich selbst zum Gedanken drängen“ (Marx).

Eine solche umfassende Revolution kann weder auf ökonomischem Gebiet über lokale Genossenschaften und auch nicht auf kulturellem oder subkulturellem Gebiet über befreite Zonen schrittweise bzw. in kleinen Etappen in irgendwelchen herbeiphantasierten Nischen der bürgerlichen Gesellschaft realisiert werden. Alle Versuche dieser Art blieben im Ansatz stecken oder wurden in die kapitalistischen Verhältnisse (re-)integriert. Anders als die bürgerliche Revolution, die sich auf sich entwickelnde kapitalistische Verhältnisse innerhalb der Feudalgesellschaft stützen konnte, erfordert die soziale Revolution der Klasse der Lohnabhängigen die schnelle Umwälzung der Produktions- und Machtverhältnisse der bürgerlichen Gesellschaft. Eine Vergesellschaftung ohne wenigstens die gleichzeitige Enteignung des Kapitals ist nicht denkbar. Die Enteignung des Kapitals setzt die Übernahme der politischen Macht durch die Klasse der Lohnabhängigen voraus.

Ebenso gescheitert sind bisher — jedenfalls dort, wo die bürgerlichen Machtapparate nicht durch Kriegseinwirkungen erheblich geschwächt oder zerstört wurden — alle Versuche, bürgerliche Staatsapparate in Besitz zu nehmen und für eine gesellschaftsverändernde Politik im kommunistischen Sinne zu instrumentalisieren. Tatsächlich verändert haben sich immer nur diejenigen, die diesen Versuch unternahmen: Sie verwandelten sich in bürgerliche Politiker, die den illusorischen Versuch unternahmen, Kapitalismus und Sozialismus miteinander zu versöhnen und so als bürgerliche Krisenverwalter endeten. Selbst Versuche, bedeutendere einzelne Reformen oder gar Reformpakete zur Verbesserung der Lage der Lohnabhängigen auf diesem Wege durchzusetzen, scheiterten am ökonomischen Widerstand der herrschenden kapitalistischen Klassen und/oder an Putschen. Wir halten daher eine Politik des bewußten Bruchs mit den bürgerlichen Staatsapparaten für unumgänglich. Wir können aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht angeben, in welcher Gestalt sich dieser Bruch vollziehen wird.

Für eine Räterepublik

Das sich selbst demokratisch organisierende Proletariat hat bei seinem ersten selbständigen Massenkampf mit der Pariser Commune die Form seiner Herrschaft entdeckt: die Räterepublik. Dies ist zugleich die einzige Staatsform, in der das sich selbst organisierende Gemeinwesen eines besonderen, über der Gesellschaft stehenden, besonderen Machtapparats nicht mehr bedarf. Die Räterepublik bietet damit die Chance, ohne tiefgreifende gesellschaftliche Konflikte den Staat überhaupt abzuschaffen. Wir kennen bis heute keine nachrevolutionäre Staatsform, die besser geeignet wäre eine demokratische gesellschaftliche Selbstorganisation zu gewährleisten.

Wir wissen, daß das Proletariat und mit ihm verbündete Kräfte in seinem Klassenkampf die Räteform immer wieder neu entdeckt haben. Aber von Räten im eigentlichen Sinne kann nur dann die Rede sein, wenn Räte die breite Masse der Lohnabhängigen und anderer Werktätigen umfassen; in diesem Sinne sind Räte Organe der proletarischen Einheitsfront. Da sich nicht vorhersagen läßt, ob eine solche vor einer Revolution zustandekommt, läßt sich nicht vorhersagen, ob sich Räte zunächst neben dem bürgerlichen Staat entwickeln und ob dem Übergang der politischen Macht auf die Räte eine Phase der entwickelten Doppelherrschaft von krisengeschütteltem bürgerlichen Staat und proletarischer Gegenmacht vorausgeht.

Quelle: http://www.trend.infopartisan.net/trd0912/t090912.html

[edit: offensichtliche tippfehler stillschweigend korrigiert]

Sonntag, 8. Juli 2012

Zur Diskussion E 1: Vorschlag zur Ausformulierung des Essentials zum “revolutionären Bruch” im NAO-Blog

aus:
http://www.nao-prozess.de/blog/e-1-vorschlag-zur-ausformulierung-des-essentials-zum-revolutionaeren-bruch/
In der Tat werden wir die Essentials in nächster Zeit gemeinsam ausformulieren müssen. Dafür hatte ich vor ein paar Wochen – zunächst intern – einen Vorschlag vorgelegt, der innerhalb der SIB wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde. Der Hinweis von Bronsteyn ist vielleicht eine gute Gelegenheit, damit zu beginnen, den Vorschlag nach und nach auch öffentlich zur Diskussion zu stellen. Ich veröffentliche daher an dieser Stelle zunächst meinen Vorschlag zur Ausformulierung des Essentials zum revolutionären Bruch.
Dazu die Stellungnahme von Bronsteyn:
http://bronsteyn.wordpress.com/2012/07/08/zur-diskussion-e-1-vorschlag-zur-ausformulierung-des-essentials-zum-revolutionaren-bruch-im-nao-blog/

Donnerstag, 10. Mai 2012

Vorhuterei – Aufruf zur Überwindung des Trottel-Trotzkismus

lies hier:
http://bronsteyn.wordpress.com/2012/05/10/vorhuterei-aufruf-zur-uberwindung-des-trottel-trotzkismus/
oder hier:
http://www.nao-prozess.de/blog/vorhuterei-aufruf-zur-uberwindung-des-trottel-trotzkismus/

Montag, 7. Mai 2012

Die Wärmestrom-Seite Lenins

hier:
http://www.nao-prozess.de/blog/die-warmestrom-seite-lenins/
oder hier:
http://bronsteyn.wordpress.com/2012/05/07/die-warmestrom-seite-lenins/

Mittwoch, 4. April 2012

Travail attractif

Das Konzept der anziehenden Arbeit (Fourier, Marx, Engels) macht gewisse "subjektive" "Revolutionäre" nicht nur nervös, sondern lässt sie jede Contenance verlieren.
1. Die direkte Antwort auf Wal Buchenbergs (ausser Fourier-Zitaten weitgehend inhaltsfreien) Beitrag
http://marx-forum.de/diskussion/forum_entry.php?id=6882
welcher auf diesen Artikel verlinkte:
http://bronsteyn.wordpress.com/2012/04/03/„travail-attractif-anziehende-arbeit/
wurde von diesem Wal Buchenberg einfach klammheimlich gelöscht.
Er muss es sehr fürchten, dass dieser Artikel gelesen werden könnte.
2. Die Furcht vor diesem Thema seitens dieser Person kommt aber in vollem Umfang in diesem Posting zum Ausdruck:
Zum krönenden Abschluss
verfasst von Moderation, 04.04.2012, 07:55
» Und damit verabschiede ich mich aus dieser Erörterung und diesem Forum.
Dir macht die Diskussion hier keinen Spaß? Dann ist diese Diskussion wohl für dich unzumutbar.
Gruß Wal/Moderation
P.S. Dein Account wurde wunschgemäß gelöscht.

Selbstredend, dass es einen Wunsch zur Löschung meines Accounts von meiner Seite niemals gab.
Siehe auch:
http://arschhoch.blogsport.de/2012/04/03/die-ablehnung-des-konzeptes-der-travail-attractif-anziehende-arbeit-durch-die-verfechter-des-bochumer-programms/#comments
Ein Gespenst geht um in Deutschland, das Gespenst des Kommunismus, denn wahrhafter Kommunismus beinhaltet die weltweite und vollständige Einführung der anziehenden Arbeit.

Dienstag, 3. April 2012

Die Ablehnung des Konzeptes der „travail attractif“ (anziehende Arbeit) durch die Verfechter des „Bochumer Programms“

Eine Kontroverse, die Beachtung und Aufmerksamkeit verdienht, da es um das prinzipielle Verständnis von Sozialismus und Kommunismus geht.
Die entsprechenden Threads in Marx-Forum:
http://marx-forum.de/diskussion/forum_entry.php?id=6782
http://marx-forum.de/diskussion/forum_entry.php?id=6882
Zusammenfassende Stellungnahme meinerseits:
http://bronsteyn.wordpress.com/2012/04/03/„travail-attractif-anziehende-arbeit/

Freitag, 23. März 2012

Fourier-Vortrag von Nemetico zum Downladen

Titel: Liebe und Arbeit bei Charles Fourier.
- Leben und Werk
- Grundgedanken
- Wirkungsgeschichte Fouriers
- Die Liebe in der Harmonie (Zukunftsgesellschaft nach Fourier)
- Über die Freiheit in der Arbeit (anziehende Arbeit)
- Fourierismus und Marxismus (Warum geriet Fourier trotz der hohen Wertschätzung durch Marx und Engels bei "Marxisten" völlig in Vergessenheit?)
https://nemetico.files.wordpress.com/2012/03/arbeit-und-liebe-bei-charles-fourier-vortrag-schwarzerhintergrund.ppt
Da sämtliche Werke von Fourier in deutscher Übersetzung nicht mehr aufgelegt werden, gibt diese Präsentation von Nemetico einen guten Einstieg und Überblick.
Das zentrale Thema, um das es bei Fourier geht und das bis heute aktuell ist, stellt das Konzept der anziehenden Arbeit dar ("travail attractif"), das in der Zukunftsgesellschaft die Arbeit aufgrund von Zwang ablösen wird.

Mittwoch, 21. März 2012

Anhänger des “Bochumer Programms” sind davon überzeugt, dass Arbeit in der klassenlosen Gesellschaft ein äußerer Zwang bleibt und niemals Genuss wird

Entgegen der Tatsache, dass Marx in den Grundrissen explizit von der travail attractif als der Selbstverwirklichung des Individuums spricht und Fourier das Verdienst zuspricht,
die Aufhebung nicht der Distribution, sondern der Produktionsweise selbst in höhre Form als ultimate object ausgesprochen zu haben
konstruiert Wal Buchenberg einen Gegensatz zwischen Fourier und Engels einerseits und Marx andererseits.
http://bronsteyn.wordpress.com/2012/03/21/anhanger-des-bochumer-programms-sind-davon-uberzeugt-dass-arbeit-in-der-klassenlosen-gesellschaft-ein-auserer-zwang-bleibt-und-niemals-genuss-wird/
http://marx-forum.de/diskussion/forum_entry.php?id=6782

Dienstag, 20. März 2012

Jenseits des Realitätsprinzips - Vortrag über Leben und Werk des Herbert Marcuse

Montag, 19. März 2012

Einladung zur Teilnahme an einer Umfrage

Die Frage:
Macht es einen Unterschied, ob die Forderung nach Verstaatlichung (z.B. von Banken) mit dem Zusatz der Wählbarkeit der Vorgesetzten durch die Beschäftigten gestellt wird oder nicht?

Es gibt einige Antwortvorgaben, es kann aber auch eine eigene formulierte Antwort gegeben werden.
http://bronsteyn.wordpress.com/2012/03/19/umfrage-zur-forderung-der-wahlbarkeit-aller-vorgesetzten-in-verstaatlichten-betrieben/

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