Südkorea

Freitag, 17. August 2012

1. September: Demo zur Solidarität mit der demokratischen Selbstverwaltung in Westkurdistan

Demonstration der Partei der Demokratischen Einheit (PYD)
Beginn um 16 Uhr vom Brandenburger Tor zum Alexanderplatz

Um ein Übergriefen des Bürgerkrieges auf die kurdischen Siedlungsgebiete Syriens (Westkurdistan) zu verhindern, haben Volksräte und Volksverteidigungskomitees die Macht in vielen Städten übernommen. Der Aufbau einer demokratischen Selbstverwaltung, in der die kurdische Identität nicht mehr verleugnet und unterdrückt wird, hat begonnen. Die
Partei der Demokrtischen Einheit (PYD) ist die treibende Kraft dieser Entwicklung.

Unsere Solidarität gilt den Kurdinnen und Kurden, die mit der
demokratischen Selbstverwaltung in Westkurdistan ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen und eine emanzipatorische Alternative jenseits von imperialistischen Kriegsdrohungen, djihadistischem Terror und nationalistischer Assimilationspolitik schaffen.

Die mit Panzern an der Grenze aufmarschierte türkische Armee bedroht diese Entwickung ebenso wie Teile der vom Westen bewaffneten Freien Syrischen Armee und Kräfte des alten Baath-Regimes.

Freitag, 16. Dezember 2011

Kurze Geschichte der koreanischen Arbeiterbewegung

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Sieg auf Kran 85

Ich faßte das rechtwinklig abstehende Geländer an, um den 85-er hochzusteigen. Da durchfuhr es mich wie ein Blitz ins Herz.
Das ist der Kran 85.
Vor 8 Jahren war schon einmal ein großer Mann ganz ruhig hierher gekommen. Es war der Kran 85, von dem er voller Beklommenheit heruntersah, auf dessen oberer Plattform er wie ein Tier im Käfig hin und her ging und sich dabei fragte, wieviel Kollegen sich dort unten an jenem Tag versammeln würden.
Es war der Kran 85, auf dem er 129 Tage schwankend zwischen Leben und Tod verbrachte. Leben bedeutete, daß viele Kollegen zu seiner Unterstützung gekommen waren. Er neigte dem Tod zu, wenn wenig kamen. Es war der Kran 85, auf dem er seinen Abschiedsbrief schrieb, als er beobachtete, wie Gewerkschaftskollegen mit Schritten so schwer, wie das Schiff, das an jenem Tag vom Stapel lief, zurückwichen.

Und ich werde ganz sicher das tun, was Ju-Ik entgegen seinen Absichten nicht mehr tun konnte; ich werde auf meinen eigenen Füßen den Kran heruntersteigen.“


12 Januar 2011
Brief vom Kran
Kim Jinsuk


Kim Jinsuk, koreanische Gewerkschafterin in Busan hat Ihr Versprechen gehalten. Nach über 300 Tagen Besetzung des Krans 85 haben sie und ihre Kollegen nach langem Kampf ihre Aktion siegreich beendet. Kim Jinsuk und ihre Kollegen feierten ihren Erfolg als historisch bedeutenden Sieg.

Worum ging es ?

Hintergrund:
Der Werftkomplex von Busan, auf der Insel Young-do gelegen, gehört dem international operierenden Konzern Hanjin Heavy Industries & Construction. Dieser verfolgt seit Jahren eine Strategie der Produktionsverlagerung in Länder mit noch niedrigeren Löhnen. 2002 fror der Konzern einseitig die Löhne ein und entließ 650 Beschäftigte. Während des dadurch provozierten Arbeitskämpfe verklagte der Konzern 20 Gewerkschafter der örtlichen Metallarbeitergewerkschaft individuell auf Schadensersatz, ließ deren Wohnhäuser beschlagnahmen und erstattete gegen sie Strafanzeigen. Gegen 6 Gewerkschafter, darunter den örtlichen Vorsitzenden der KCTU, Kim Ju-ik, erging Haftbefehl. Kim Ju-ik hatte darufhin den Kran 85 in 35 m Höhe besetzt. Er verbrachte dort 129 Tage mit der Forderung nach Verhandlungen. Als die Geschäftsleitung immer noch nicht reagierte, erhängte er sich am 17. Oktober 2003 aus Protest im Kranhaus. In seinem Abschiedsbrief an die Kollegen forderte er sie auf, den Kampf weiterzuführen. Der Gewerkschafter Kwak Jae-gyu folgte seinem Beispiel am 30. Oktober 2003 im Dock Nr. 4. Erst danach fand sich die Geschäftsleitung zu einem Abkommen bereit.

Das Andenken an diese Märtyrer der Arbeiterklasse wird in der südkoreanischen Gewerkschaftsbewegung sehr hochgehalten. Jährlich finden Gedenkveranstaltungen an diese und andere Gewerkschafter statt, die sich aus Protest gegen die Haltung ihrer Arbeitgeber töteten.

Der Kampf beginnt:
Am 10. Januar 2011 gab der Konzern Hanjin Heavy Industries Construction bekannt, daß aufgrund des Neubaus einer Werft in Subic auf den Philippinen 400 Arbeiter in Busan entlassen würden. Damit wurde eine Vereinbarung, die 2003 zur Beendigung der Kämpfe abegeschlossen worden war, gebrochen. Es begann einer der spektakulärsten Arbeitskämpfe der jüngeren koreanischen Geschichte.

Eine Kranbesetzung wird zum Mobilisierungszentrum:
Am 11. Januar besetzte Kim Jinsuk aus Protest den Kran 85.und drohte, jeden Räumungsversuch mit dem Sprung vom Kran zu beantworten. Seitdem versandte sie hunderte von e-mails und mobilisierte eine breite Unterstützungsbewegung für die entlassenen Kollegen, weit über die Gewerkschaftsbewegung hinaus. Hunderte von nichtgewerkschaftlich organisierten Sympathisanten reisten in Bussen in den äußersten Süden Koreas, um vor Ort ihre Solidarität zu bekunden. Zehntausend Menschen haben sich im Verlauf dieses Jahres an diesen Solidaritätsdemonstrationen gegen die kapitalistische Willkür beteiligt.

Weitere Zehntausende machten in Seoul bei Solidaritätsdemonstrationen die Erfahrung von Zusammenstößen mit der Polizei.

Der Kampf ist auch ein Propagandakampf:
Am 11. Juni wurden 700 über twitter kurzfristig mobilisierte Unterstützer, die mit Hilfe von Betriebsangehörigen und Strickleitern auf das Betriebsgelände vorgedrungen waren, von Polizei und Schlägern des Werkschutzes angegriffen. Unter den Angegriffenen befand sich auch die bekannte Schauspielerin Kim Yeoyin, die Kim Jinsuk über twitter kennengelernt hatte. Die Bilder verbreiteten sich blitzartig. KimYeoyin appellierte an die Unternehmensführung, die Sicherheit der Kranbesetzer zu garantieren.

Am 17. Juni wollte ein Parlamentsausschuß den Chef von Hanyin anhören. Dieser zog es vor, ins Ausland zu reisen, um der ungeliebten Öffentlichkeit zu entfliehen..

Die Unternehmensführung reagierte ansonsten wie gehabt. Sie erstattete Strafanzeigen wegen der Eingriffe in ihren Gewerbebetrieb und erwirkte einstweilige Verfügungen gegen die Kranbesetzung. Polizei und die organisierte Schläger traten erneut in Aktion und gingen gewaltsam gegen Arbeiter und Unterstützer vor. Die Bilder wurden über Internet life verbreitet. Angesichts der Entschlossenheit von Kim Jinsuk und der breiten Solidarirät schreckte die Polizei jedoch vor einer Räumung des Krans zurück. Kim Jinsuk und drei Arbeiter, die sie in halber Höhe über 100 Tage unterstützten, führten die Kranbesetzung weiter.

Am 27. Juni gab die Unternehmensführung überraschend bekannt, sie habe mit Belegschaftsvertretern ein Abkommen geschlossen und der Arbeitskampf sei damit beendet. Diese Nachricht war die tiop news in allen Nachrichten. Die Arbeiter, die nicht konsultiert worden waren und die KCTU lehnten diese Vereinbarung jedoch ab und führten den Kampf weiter. Streikende Arbeiter, die einen Sitzstreik machten, wurden darufhin gewaltsam vom Betriebsgelände entfernt. Es blieben nur die Kranbesetzer. Sie schützte die Öffentlichkeit.

Nur zu bald wurde über die neuen Medien bekannt, daß weder die Arbeiter noch die KCTU am Abkommen beteiligt waren und es ablehnten. Die Mobilisierung ging weiter.

Am 9. Juli trafen 181 Busse mit Unterstützern am Werftgelände ein. Über 10.000 Menschen drängten auf die Brücke zum auf einer Insel gelegenen Betriebsgelände.93 Hundertschaften der Polizei mit etwa 7.000 Polizisten stellten sich ihnen in den Weg und zerschlugen die friedlichen Unterstützer. In den Medien wurde die Bewegung als gewalttätig und aufständisch diffamiert.

Am 18. August mußte sich die Unternehmensleitung schließlich doch dem Parlamentsausschuß stellen. Die zehnstündige Anhörung des Vorsitzenden von Hanjin – nach 14 Jahren die erste eines großen koreanischen Konzerns, ergab, daß die Entlassungen willkürlich und ohne wirtschaftliche Notwendigkeit erfolgten. Der Vorsitzende entschuldigte sich für den Tod von Kim Jooik, von Kwahk Jaegyu und Park Changsoo, die ihr Leben auf der Werft geopfert hatten – acht Jahre nach ihrem Tod.

Es sollte jedoch noch weitere 2 Monate dauern, bis die Konzernführung bereit sein sollte nachzugeben. Nach über 300 Tagen in Kälte und Hitze, ohne Strom und Wasserversorgung war die Kranbesetzung und die Mobilisierung siegreich.

Die Polizei versucht nachzukarten:

Die politische Rechte Südkoreas empfindet das Ende dieses Arbeitskampfes als Niederlage. Prompt beantragte die Polizei nach der Beendigung der Kranbesetzung einen Haftbefehl gegen Kim Jinsuk, weil sie sich Gerichtsentscheidungen und der Polizei widersetzt hatte. Nachdem sowohl sie Hanjin Unternehmensführung als auch diverse Politiker öffentlich dagegen Stellung bezogen hatten, lehnte das zuständige Gericht es im Interesse des „sozialen Friedens“ Mitte November ab, diesem Antrag zu folgen.

Kim Jinsuk und ihre Kollegen bleiben siegreich. Ihr Kampf inspiriert weiter die koreanische Arbeiterbewegung.

Dieter Elken, 11.12.2011

Film zur Kranbesetzung:
http://www.youtube.com/watch?v=cceCcIRyGz0&feature=youtu.be

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